Autor: Vanessa Zilger
Vanessa Zilger
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15.06.2022

Weißtorf und Schwarztorf

Heutzutage wird Weißtorf oft guter Gartenerde zugesetzt. Das noch untersetzte sogenannte Torfmoos hat eine sehr hohe Wasserspeicherfähigkeit. Deshalb wird es auch in Aquarien und Terrarien eingesetzt. Sein hohes Porenvolumen lockert zudem den Boden auf. Weißtorf wird daher im Garten für einen leichteren und lockereren Boden verwendet. Mit Weißtorf können Sie außerdem den Nährstoffgehalt der Gartenerde Ihren Bedürfnissen anpassen. Es ist ein Grundstoff für Kultursubstrate und hochwertige Gartenerden. Weißtorf hat einen pH-Wert von 3 bis 4. Im Vergleich dazu hat normale Gartenerde eine 5 bis 6,5. Im allgemein nimmt man Weißtorf im Garten gerne für Moorbeetpflanzen, die einen sauren pH-Wert brauchen. Das sind beispielsweise Azaleen, Rhododendren oder Heidelbeeren.

Wie entsteht Torf?

Torf stammt im Allgemeinen aus Ablagerungen in den Mooren. Pflanzenreste sammeln sich an, die sich langsam zersetzen. Weißtorf ist die erste Zersetzungsstufe. Letzter schwarzer Torf. Im Weißtorf sieht man noch deutlich die Struktur der Pflanzenreste. Beim Schwarztorf ist dies nicht mehr der Fall. Der Name kommt von der hellen Farbe des Torfs,
der jedoch nicht weiß, sondern hellbraun ist.

Es gibt unterschiedliche Weißtorfstufen: Je höher die Stufe, desto dunkler der Weißtorf. Die Klassifizierung basiert auf dem Brennwert. H2 ist die niedrigste Stufe. H6 ist schwarzer, stark zersetzter Torf. Es dauert mehrere Tausend Jahre, bis sich die Überreste in schwarzen Torf verwandeln. Aus diesem Grund sollte Torf bei jedem Schritt sparsam eingesetzt werden.

Von Torf sprechen wir erst ab einem Anteil von 30 % organischer Substanz. Der Rest besteht aus Wasser und Mineralien. Wenn Sie weniger als 30 % organische Substanz haben, liegt Feuchthumus oder Moorerde vor.

Bei der Torfentstehung bildet sich zuerst das nährstoffreiche Niedermoor. Dann löst sich die Mooroberfläche langsam vom Grundwasserspiegel. Das verbleibende Moorwasser hat einen sehr niedrigen pH-Wert und wenig Nährstoffe. Die spätere Zersetzung der Pflanze wird somit verhindert. Neu gebildete Pflanzen bevorzugen diese Bedingungen. Sie bilden wiederum Ablagerungen, die das Hochmoortorf entstehen lassen.

Abbau von Torf.

Torf baut man seit Ende des 20. Jahrhunderts ab und zwar über Tagebauwerke. Früher hat man den Torf als Heizmaterial verwendet. Heute steht er im Gartenbau als Kultursubstrat im Vordergrund.

In Deutschland wird Torf zum Beispiel in Niedersachsen abgebaut. In dieser Region liegen mehr als 95 Prozent der Rohstoffvorräte. Es werden bis zu 6,5 Millionen Kubikmeter Torf im Jahr abgebaut.

Der Torfabbau in Deutschland erfolgte erst nach einem umfangreichen Genehmigungsverfahren und einer Überprüfung aller Mängel. Zu dieser Prüfung gehört beispielsweise die Untersuchung der Umweltauswirkungen auf den Artenschutz rund um Pflanzen und Tiere. Auch die Untersuchung des Wasserhaushaltes spielt bei der Prüfung eine Rolle.

Weißtorf und Schwarztorf im Garten.

Weißtorf hat eine hellbraune Farbe. Er wird aus den oberen Schichten der Moore gewonnen. Schwarztorf stammt aus den tieferen Schichten. Es ist viel älter und es ist fast keine Pflanze mehr vorhanden. Weißtorf und Schwarztorf findet man nur in Hochmooren. Bei den Hochmooren hat sich das Grundwasser abgetrennt, bei den Niedermooren nicht.

Torf wird gerne im Garten verwendet. Torf schafft ein leicht saures Milieu im Boden. Es ist gut für einige Pflanzen, aber nicht für alle. Torf allein ist zu nährstoffarm, um den Boden zu verbessern. Meistens enthält gekaufte Blumenerde Torf als Rohstoff. Heute wird Torf aber auch durch Humus, Holzfasern oder Kompost ersetzt, um die Moore der Welt zu schützen. Vor allem Torf hat den großen Vorteil, dass er viel Wasser speichern kann, dass dann von diesem Granulat aufgenommen wird.

Warum Torf für den Gartenbau?

Sie bekommen Hochmoortorf in verschiedenen Sorten und Qualitäten. Für Gartentorf wird nasser Schwarztorf über den Winter hindurch festgefroren. Dadurch kann er gut Wasser aufnehmen und schrumpft weniger. Tatsächlich ist der Torf hochwertiger, je mehr er durchgefroren ist. Er kann dann das 4-fache seines eigenen Gewichtes an Wasser aufnehmen und speichern.

Für den Garten angebauter Moortorf ist ein Naturprodukt. Man nimmt ihn grundsätzlich zur Verbesserung der Erde. Durch den hohen Anteil an organischer Substanz wird der Boden schnell mit Humus angereichert. Der Niedermoortorf ist zwar der nährstoffreichste, aber er eignet sich nicht zur Anwendung im Garten. Sein pH-Wert ist zu hoch. Er kann allenfalls unter sandige Erden gemischt werden. Mit Hochmoortorf wird die Erde zu einem lockeren, kohlensäurehaltigem Substrat, das hilft, die Wasseraufnahmefähigkeit zu steigern. Es wird hauptsächlich lehmigen und sandigen Böden zugesetzt.

Hochmoortorf ist ideal für Hochbeete oder Kübelpflanzen. Mit ihm gedeiht Gemüse besonders gut.


Weißtorf für die Aquaristik und Karnivoren.

Im Gartenbaubedarf erhalten Sie pH-regulierten hellen Weißtorf mit der Fraktion 0-25 mm. Dies ist das sogenannte Nullsubstrat, mit dem Gärtner ihre eigenen Substrate und Blumenerde mischen. Der helle Weißtorf bietet eine besonders gute Wasser- und Luftaufnahme. Weißtorf ist Aquarianern vor allem bekannt, weil er oft als Bodengrund für das Aquarium und als Füllstoff für Wasserfälle und Ähnliches verwendet wird. Ebenso nimmt man ihn gerne als Substrat für fleischfressende Pflanzen. Sie wachsen in Sumpf- und Moorgebieten. Für die Entwicklung von fleischfressenden Pflanzen spielt neben Sonnenlicht und Wasser auch das richtige Substrat eine wichtige Rolle. Bei hochwertiger Karnivorenerde besteht mindestens die Hälfte aus Torf.